Die politische und gesellschaftliche Position von Gedenkstätten und Erinnerungsorten zu Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus ist keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr waren und sind sie auch umstrittene Orte einer kritischen Selbstvergewisserung. Als Organisation, die die Interessen dieser historisch-politischen Bildungsorte vertritt, interveniert die LAGSH deshalb immer wieder in öffentliche Debatten um Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, aber auch zur konkreten Unterstützung einzelner Gedenkstätten.
Beispiele bisheriger Interventionen
Eine Form der öffentlichen Intervention sind politische Stellungnahmen:
- 2025 hat die LAGSH zusammen mit weiteren Akteuren einen Offenen Brief an den Schleswig-Holsteinischen Landtag veröffentlicht. Die Unterzeichner*innen drückten damit ihren Protest aus gegen die Entscheidung des Landtags, die zentrale Gedenkfeier des Bundeslandes an einem expliziten Täterort zu begehen, dem letzten Sitz der NS-Reichsregierung im Mai 1945 in Flensburg-Mürwik. Mit dem Offenen Brief kritisierten die Akteure auch den Umgang des Landtages mit dem von ihm selbst 2020 förmlich etablierten Gedenktag 8. Mai. Der Protest hatte eine breite öffentliche Resonanz zur Folge.
- Nach dem Großpogrom der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 haben BGSH und LAGSH eine gemeinsame Stellungnahme publiziert.
In anderen Fällen organisiert die LAGSH spezielle Veranstaltungsformate:
- Zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat die LAGSH am 10. Dezember 2018 zum internationalen Tag der Menschenrechte einen landesweiten Aktionstag organisiert.
- Um Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Initiativen in konkreten Herausforderungen und Entwicklungsproblemen zu unterstützen, organisiert die LAGSH Regionalkonferenzen. Dabei werden die Aufgaben und Spannungsfelder zusammen mit Akteuren der lokalen, regionalen und landesweiten Politik diskutiert. Am 11. November 2026 findet die nächste Regionalkonferenz in Ahrensburg statt. Frühere Regionalkonferenzen veranstaltete die LAGSH in Ahrensbök (12. Januar 2018) und in Neustadt in Holstein (20. November 2015).

