Anfang August besuchte Dr. Stenke, Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, die Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus im Himmelmoor und informierte sich in Gesprächen mit den örtlichen Akteur:innen und im Rahmen einer Führung durch die Gedenkstätte über die bisherige Aufbauarbeit, aktuelle Herausforderungen und zukünftige Perspektiven dieses ambitionierten erinnerungskulturellen Projektes. In der Abschlussrunde gab es weitere Einblicke in die erinnerungskulturelle Praxis im Kreis Pinneberg und in der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen im angrenzenden Kreis Segeberg.
In dem Gebäude, das heute nach dem belgischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter Henri Goldstein benannt ist, waren während des Zweiten Weltkriegs jüdische Kriegsgefangene untergebracht. Sie mussten im Himmelmoor Torf stechen. Die Mitglieder des Träger- und Fördervereins verbinden in ihrer Arbeit die Erinnerung daran mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Torfabbaus seit dem 19. Jahrhundert. Der Vereinsvorsitzende Jens-Olaf Nuckel zeichnete in einem umfassenden Vortrag die rasante Entwicklung der Gedenkstätte nach und würdigte die immense ehrenamtliche Arbeit, die im Himmelmoor von den Mitgliedern des Träger-und Fördervereins der Gedenkstätte, aber auch von den anderen Vereinen vor Ort geleistet worden ist und wird. In Bezug auf die zukünftige historische-politische Bildungsarbeit in der Gedenkstätte, die auch die Erstellung einer Dauerausstellung umfassen wird, machte er aber klar, dass dafür auch finanzielle Förderungen in nennenswertem Umfang und die teilweise Professionalisierung der Arbeit erforderlich seien.

Dr. Brigit Janzen, Referentin in der Kulturabteilung des Bildungsministeriums, und Ministerin Dr. Dorit Stenke bei einer Führung von Christiana Lefebvre, stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins des Henri-Goldstein-Hauses (von links), durch die Gedenkstätte.
Foto: Enno Hasbargen
In einer kurzen abschließende Runde stellten auch Lisa Ströer, Referentin für Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg, und Marc Czichy, Leiter der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen, ihre Arbeitsschwerpunkte und ihre Zusammenarbeit über die Kreisgrenze hinweg vor. Die Bildungsministerin zeigte sich sehr angetan von den Vorträgen und der ehrenamtlichen Arbeit und sagte auch für die weitere Arbeit ihre Unterstützung zu.
Am Ende ihres Besuchs im Himmelmoor musste Dr. Stenke noch einen besonderen Nachweis ihrer Führungskraft erbringen, als sie die Teilnehmer:innen der Veranstaltung auf dem letzten Streckenabschnitt der abschließenden Fahrt mit der Torfbahn als Führerin der Diesellok sicher zum Zielbahnhof brachte.
