Von Mitte Juni bis Ende Juli dieses Jahres war die LAGSH Kooperationspartner der Comic-Ausstellung „Wie geht es Dir? Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus“ im Jüdischen Museum in Rendsburg.
Die Ausstellung zeigte 60 Comics von 48 renommierten Künstler:innen. Sie basieren auf Gesprächen mit Menschen, deren Leben durch den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und die anhaltende humanitäre Katastrophe im Gaza-Streifen in unterschiedlicher Weise geprägt ist. Die Comics verstehen sich als Beitrag zu einem offenen gesellschaftlichen Gespräch: gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, Hass und Ausgrenzung und für Empathie, Dialog und gegenseitiges Verständnis. Die Ausstellung ist auf ein großes Publikums- und Medieninteresse gestoßen.
Zu dem Rahmenprogramm zählte neben der Ausstellungseröffnung auch ein Comic-Workshop und eine Abschlussveranstaltung, auf der sehr engagiert über das Vermögen der Kunst, Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse und Entwicklungen zu nehmen, diskutiert wurde.
Dabei ging es vor allem um unterschiedliche Aspekte im Spannungsfeld von Politik und Kunst. Dem Comiczeichner Hamed Eshrat ist es wichtig, dass Politik künstlerisches Arbeiten überhaupt ermöglicht und die Kunstfreiheit, die aktuell von unterschiedlichen Seiten angegriffen wird, schützt. Aus der Sicht von Prof. Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank geht es bei diesen Anwürfen oft mehr um die Positionierung als um Positionen. Für Dr. Thorsten Sadowsky, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, ist es
bedeutsam, auf der Grundlage demokratischer Werte die Innovationskraft von Kunst zu erhalten. Mirjam Gläser, Mitglied im Leitungsteam des Jüdischen Museums, hob hervor, dass Kunst Menschen dazu befähigt, Komplexität auszuhalten und mit anderen Erfahrungen in Berührung zu kommen. Und damit war die gut besuchte Diskussion auch wieder im Nahost-Konflikt und in der Ausstellung „Wie geht es dir?“ angekommen.
Neben dem Jüdischen Museum und der LAGSH gehörten Wüstenblumen, Teilhabe für Zugewanderte im Kreis Rendsburg-Eckernförde e.V., und LaNeMo SH, Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Schleswig-Holstein zu den Veranstaltern.

Aus der Ausstellung „Wie geht es dir?“ im Jüdischen Museum in Rendsburg
Foto: LAG Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holsteinisch e.V. / Henrik Matzen
