Von der ausgrenzenden zur inklusiven Gesellschaft – Inklusion in Gedenkstätten

Von der ausgrenzenden zur inklusiven Gesellschaft – Inklusion in Gedenkstätten

Diese Seite dokumentiert den LAGSH-Workshop „Von der ausgrenzenden zur inklusiven Gesellschaft – Inklusion in Gedenkstätten“, der vom 15. bis 16. Oktober 2021 in Rickling stattgefunden hat. (Tagesordnung als PDF)

Uta Körby

Heino Schomaker


Die Beschäftigung mit der Leitidee der inklusiven Gesellschaft ist im Kontext der Gedenkstättenarbeit bisher vor allem mit einem Fokus auf die Arbeit der KZ-Gedenkstätten verbunden worden. In einem ersten Schritt wurde ein Arbeitspapier erstellt, das die Vorstellungen einer inklusiven Gesellschaft konkret auf die NS-Gedenk- und Bildungsarbeit bezieht. Auf dieser Grundlage wurde in 2019 eine umfangreiche Umfrage zum Stand und zum Stellenwert der Inklusion in den Gedenkstätten in Schleswig-Holstein gemacht, deren Ergebnisse dokumentiert sind. Im letzten Jahr hat es im Rahmen dieses Arbeitsprozesses eine Exkursion von haupt- und ehrenamtlichen Gedenkstätten-Mitarbeiter*innen zur „Euthanasie“-Gedenkstätte in Lüneburg gegeben. In einem eintägigen Workshop wurden Methoden der Vermittlungsarbeit zur historischen Thematik und mit Bezug zur Gegenwart exemplarisch ausprobiert.

Ziel der Nachfolgetagung am 15.-16. Oktober 2021 war es, die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse zu bündeln, weiter zu qualifizieren und in geeigneter Weise für die konkrete Arbeit der Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein zur Verfügung zu stellen. Zweit Tage lang diskutierten 34 Teilnehmende aus den Gedenkstätten Schleswig-Holsteins über die Fragestellungen, wie Gedenkstätten bessere inklusive Angebote machen können.

Gastgeber war der Landesverein für Innere Mission in Rickling, der Mitglied der LAG SH ist. Der Ort war doppelt prädestiniert für die Tagung: Auf dem Krankenhausgelände hat im Sommer 1933 ein KZ existiert, in dem insgesamt 189 Menschen inhaftiert waren. Heute steht dort die Gedenkstätte KZ Kuhlen. Die Psychiatrische Einrichtung Rickling war in der NS-Zeit in die Programme der Zwangssterilisationen und Aussonderung involviert. Der theologische Vorstand des Landesvereins führte in die Geschichte ein und berichtete von dem schwerfälligen und langen Prozess, bis sich der Landesverein seiner Täterschaften während der NS-Zeit gestellt hat.

Vorträge und Berichte

Hier können Sie die gesamte Dokumentation herunterladen (passwortgeschützte ZIP-Datei, muss nach dem Download entpackt werden)

1. Sachbericht der Tagung

Heino Schomaker

1 Schomaker Sachbericht (passwortgeschützes PDF)

 

2. Zur Geschichte des Tagungsortes

Andreas Kalkowski, Theologischer Vorstand des Landesvereins für Innere Mission in Schleswig-Holstein
Herr Kalkowski zeichnet die Geschichte des Psychiatrischen Krankenhauses Rickling nach und berichtet kurz aus der laufenden Arbeit der Einrichtung.
2 Kalkowski Vortrag Zur Geschichte des Tagungsortes (passwortgeschützes PDF)

3. Von der ausgrenzenden Gesellschaft im Nationalsozialismus zum heutigen Anspruch einer inklusiven Gesellschaft – Eine Fortschrittsgeschichte?

Dr. Sebastian Barsch, Professor für Didaktik der Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Prof. Barsch zeichnet die Entwicklungen in der Konstruktion von „Behinderung“ nach und beschreibt den gesellschaftlichen Umgang mit diesem Phänomen in der Vergangenheit und heute.

3 Barsch Vortrag Von der ausgrenzenden Gesellschaft (passwortgeschützes PDF)

4. Inklusive Gesellschaft: Anspruch und Realität

Heino Schomaker, Mitglied im Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

In einem kurzen Exkurs bindet Herr Schomaker das Tagungsthema ein in den Diskurs um „Inklusive Gesellschaft als politische Leitidee“.

4 Schomaker Vortrag Inklusive Gesellschaft (passwortgeschützes PDF)

5. Ergebnisse der Umfrage zum Stand von Inklusion in den Gedenkstätten

Helen Ruck, Projektleiterin in der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

Frau Ruck referiert die Ergebnisse einer Umfrage zur Bedeutung von Inklusion in den KZ-Gedenkstätten in Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2019 und verweist auf ein Grundlagenpapier aus dem Jahr 2017.

5.1 Ruck Präsentation Umfrage (passwortgeschützes PDF)

5.2 Ruck Vortrag Umfrage (passwortgeschützes PDF)

5.3 Ruck Grundlagenpapier (passwortgeschützes PDF)

6. Motivationszugänge zum Thema Inklusion

Freya Kurek, Projektleiterin in der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und Indre Schmalfeld, Mitglied im Vorstand der LAGSH

Frau Kurek beschreibt Sinnhaftigkeit und Möglichkeiten, Teilnehmer*innen von Bildungsveranstaltungen Wertschätzung entgegenzubringen und sie engagiert einzubeziehen.

Ergänzend gibt es einen kurzen Text zu den drei in Rickling eingesetzten Formaten.

6.1 Kurek Vortrag Motivationszugaenge (passwortgeschützes PDF)

6.2 Kurek Eingesetzte Methoden (passwortgeschützes PDF)

7. Kriegsmedizin und Krankenmord. Die Konfrontation der Ricklinger Anstalten mit den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen

Eckhard Heesch, Autor und Mitglied im Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS)

Herr Heesch stellt seine eigenen Forschungen zu den Ricklinger Anstalten vor und bettet sie ein in das Gesamtbild der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen.

7 Heesch Vortrag Kriegsmedizin und Krankenmord (passwortgeschützes PDF)

8. Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein

Dirk Mitzloff, stellvertretender Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung SH

Herr Mitzloff erläutert das Selbstverständnis und das Aufgabenfeld der Landesbeauftragten.

8 Mitzloff Vortrag Auftrag und Kompetenzen der Landesbeauftragten (passwortgeschützes PDF)

9. Best Practice I: die „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Dr. Carola Rudnick, wissenschaftlich-pädagogische Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Dr. Rudnick erläutert in ihrem Vortrag das programmatische Selbstverständnis der Gedenkstätte in Lüneburg und unterlegt dieses mit aktuellen Beispielen aus einem Kooperationsprojekt mit der VHS Lüneburg.

9 Rudnick Vortrag Best Practice I – die „Euthanasie“-Gedenkstaette (passwortgeschützes PDF)

10. Best Practice II: die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin

Dr. Ruth Preusse, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz, Berlin

Dr. Ruth Preusse beschreibt den Weg zu einem „Design für Alle“ am Beispiel des Pilotprojekts zur dritten Dauerausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz.

10 Preusse Vortrag Best Practice II – das Haus der Wannsee-Konferenz (passwortgeschützes PDF)

11. Möglichkeiten von Ausstellungsgestaltung und medialen Angeboten

Michael Teßmer, Graphikdesigner, gwf-Ausstellungen, Hamburg

Herr Teßmer bringt in seinem Vortrag ausstellungsbezogene Fragestellungen und Herausforderungen beispielhaft mit gestalterischen Ideen zusammen.

11 Tessmer Vortrag Möglichkeiten von Ausstellungsgestaltung (passwortgeschützes PDF)

12 Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema Inklusion

Kontakt zu den Referent*innen: Die Vorträge in Rickling enthielten meist weitere Informationen, die über die Präsentationen hinausgehen. Bei konkreten Fragen und ggf. weiterem Interesse sind wir gern bereit, direkten Kontakte zu den jeweiligen Referent*innen zu vermitteln.

12 Publikationen Inklusion gwf (passwortgeschützes PDF)

schomaker@boell-sh.-de